Nationales Gesundheitsinstitut (INSALUD)

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Nach der Rückkehr zur Demokratie wurde das Gesundheitsministerium neu aufgebaut und das Nationale Gesundheitsinstitut (Instituto Nacional de la Salud, kurz INSALUD) gegründet, um die gesundheitlichen Bedürfnisse der Bevölkerung zu decken. Der Name wurde vor kurzem in Nationales Institut für Gesundheitsmanagement (Instituto Nacional de Gestión Sanitaria) umgeändert.

Heute haben 98,9% der Bevölkerung Anspruch auf kostenlose Gesundheitsversorgung. Das spanische Gesundheitssystem ist gegenwärtig eines der besten und modernsten Europas. Es wird durch ein Steuersystem finanziert, durch das die Patienten gebührenfrei vor Ort betreut werden können.

Versorgungsqualität

Die Qualität der Gesundheitsversorgung in Spanien ist sehr gut, insbesondere in den großen Ballungszentren. Es gibt ebenfalls einen Privatsektor und es wird geschätzt, dass etwa 15% der Bevölkerung, hauptsächlich in Madrid und Barcelona, diesen nutzen. Die spanische Regierung fördert diese Entwicklung durch Steuererleichterungen für die vom Arbeitgeber erworbene private Krankenversicherung.

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Alle Spanier haben das Recht auf freie Wahl des Grundversorgungsarztes. Fast alle bekommen auch innerhalb eines Tages einen Termin bei ihrem Grundversorgungsarzt. Schätzungsweise 8% müssen angeblich 2-4 Tage warten. Der Grundversorgungsarzt muss im Notfall auch Hausbesuche machen und ist zudem (außer im Bereich der Geburtshilfe und bei Optikern) für die Überweisung eines Patienten an einen Facharzt zuständig.

Die meisten Ärzte arbeiten im Team in Gemeinschaftspraxen in Ärztehäusern. Fachärztliche Behandlungen werden in der Regel an Spezialkliniken überwiesen, die entweder Teil eines Krankenhauses sind oder selbstständig arbeiten. In Spanien gibt es an die 800 Krankenhäuser. Fast zwei Drittel der Krankenhausbetten stehen in öffentlichen Krankenhäusern, in denen 80% der gesamten Krankenhausversorgung geleistet werden. Privatkrankenhäuser sind eher kleiner. Gelegentlich schließen öffentliche Krankenhäuser auch mit privaten Einrichtungen Verträge über Spezialbehandlungen oder bei zu starkem Patientenandrang ab.

Notfall - und andere Dienste

Alle öffentlichen Krankenhäuser verfügen über eine 24-Stunden-Notaufnahme. In jeder spanischen Verwaltungsregion gibt es mindestens ein großes öffentliches Krankenhaus, das mit modernster Technologie und qualifiziertem Personal für hoch spezialisierte Behandlungen ausgestattet ist.

Wie in den meisten europäischen Ländern gibt es Wartelisten für Wahloperationen, die keinen Notfall darstellen. Um die Operationswartezeiten zu verkürzen, hat die spanische Regierung für ausgewählte Krankenhäuser eine Erhöhung der Zahl der Operationszeiten einschließlich Operationsstunden am Abend vorgesehen.

Den Patienten werden keine Kosten für ärztliche oder Krankenhausdienste im öffentlichen Sektor in Rechnung gestellt, sie müssen aber ca. 40% der Kosten für außerhalb des Krankenhauses verschriebene Arzneimittel selbst tragen. Rentner und Arbeitslose sind zwar bislang von dieser Zuzahlung befreit, die spanische Regierung plant jedoch eine Zuzahlung in Höhe von 10% für Rentner.

Bürger aus EU-Ländern erhalten gegen Vorlage der Europäischen Krankenversicherungskarte (EKVK) kostenlose medizinische Behandlung in Spanien. Für Urlauber ist jedoch eine Privatversicherung sehr zu empfehlen.

Apotheken

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Apotheken heißen in Spanien "farmacias". Sie sind an einem leuchtenden grünen Kreuz an der Frontseite oder im Schaufenster der Apotheke zu erkennen. In Apotheken bekommen Sie alle verschreibungspflichtigen und rezeptfreien Arzneimittel. Allerdings sind viele Arzneimittel, für die Sie in Ihrem Land ein Rezept brauchen, in Spanien ohne Verschreibung erhältlich. Einige Medikamente gegen leichte Beschwerden finden Sie sogar im Supermarkt.

Nicht alle Apotheken sind rund um die Uhr geöffnet. Vielmehr wechseln sich die Apotheken mit ihren Öffnungszeiten ab. Eine Liste der örtlichen Apotheken, die außerhalb der regulären Geschäftszeiten geöffnet sind ("farmacias de guardia"), ist außen an den Apotheken selbst angeschlagen oder in den lokalen Tageszeitungen nachzulesen.

Zahnärzte

Da alle Zahnärzte privat sind, müssen Zahnarztbehandlungen normalerweise bezahlt werden. Die örtlichen gelben Seiten enthalten eine umfangreiche Liste mit Zahnärzten ("dentistas").

Leitungswasser

Das Wasserversorgungssystem in Spanien hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Das Leitungswasser in bebauten Gebieten kann somit relativ gefahrlos getrunken werden. Ungewohntes Wasser kann aber nach wie vor unbedeutende Magenverstimmungen verursachen. Wenn Sie deshalb Wasser in der Flasche ("agua mineral") vorziehen, sollten Sie wissen, dass "agua con gas" kohlensäurehaltiges, "agua sin gas" stilles, also kohlensäurefreies Wasser ist. In kleinen Dörfern kann das Wasser Quellwasser, also nicht Wasser aus der Hauptwasserleitung sein. Im Zweifelsfall einfach fragen.

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